VUKA /VUCA: Leadership in einer digitalen Welt

Haben Sie schon einmal von dem Akronym VUKA (auch VUCA – Volatility, Uncertainty, Complexity) gehört? Es setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität zusammen. Derzeit erleben wir alle hautnah, was VUKA im Alltag bedeutet. Besonders groß ist die Herausforderung für Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter seit Wochen durch eine Welt lotsen müssen, die schnelllebiger und unvorhersehbarer ist denn je. Der ‚normale‘ Arbeitsalltag hast sich ‚fast‘ für alle grundlegend verändert.

Definition VUKA 

VUKA oder VUKA-Welt (VUCA ist ein Akronym- Volatility, Uncertainty, Complexity und Ambiguity). Diese Begriffe sind nicht neu. Sie werden von Arbeitsmarktexperten seit Jahren thematisiert. Dahinter steht der Gedanke, dass in einer zunehmend globalisierten, vernetzten und digitalen Welt nicht mehr die gleichen Parameter gelten wie im analogen Zeitalter. Veränderungen sind Dauerzustand und neue Führungskompetenzen sind gefragt.

Aus folgenden Gründen:

  1. Die Geschwindigkeit in den Märkten steigt und Veränderungen nehmen zu – eine Innovation jagt die andere. Technologien, Arbeitsweisen, Gewohnheiten werden schneller denn je von neuen verdrängt. Dafür steht das Wort Volatilität
  2. Dynamiken lassen sich infolgedessen kaum mehr nachvollziehen, da oftmals sprunghafte Entwicklungen entstehen. Dafür steht das Wort Unsicherheit
  3. Unsere Welt wird außerdem durch die fortschreitende Globalisierung und Digitalisierung Stück für Stück komplizierter. Dafür steht das Wort Komplexität.
  4. Und: Geschäftskritische Parameter können sich von jetzt auf gleich verändern. Vielfach sind diese sogar widersprüchlich. Dafür steht das Wort Ambiguität.

Woher stammt VUCA?

VUKA (auch VUCA - Volatility, Uncertainty, Complexity) Schon lange schlagen Experten neue Sichtweisen auf die Welt vor. Ein Beispiel ist der Futurist John Naisbitt, der die Begriffe „das globale Dorf“ und „Informationsüberlastung“ prägte. Ihm folgten zwei weitere Autoren: Alvin Toffler beschrieb in seinem 1970 erschienenen Buch „Future Shock“ die Beschleunigung als ein Grundphänomen des modernen Lebens.

Und dann ist da noch Peter Drucker. Im September 2002 sagte Peter Drucker (1909-2005), neben Mary Parker Follet (1868-1933) und Elton Mayo (1880 – 1949) einer der wichtigsten Denker zu Management und Führung in den letzten Jahrzehnten, bei einer Veranstaltung an der Stanford University folgendes: „Die Komplexität und Ungewissheit des 21. Jahrhunderts wird eine neue Art der Führung erfordern, die auf Wissen und Selbsterkenntnis basiert. Diese neue Führungskraft wird eine Person sein, die weiß, wie man mit widersprüchlichen Situationen umgeht.“

Der israelische Physiker Eli Goldratt lebte seit 1974 in der „Welt der Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität“. In seinem Wirtschaftsroman „The Goal“, der lt. Time Magazine zu den 25 einflussreichsten Management-Bücher aller Zeiten gehört predigt er eine einfache, aber aufschlussreiche Wahrheit: Produktivität ist der Akt, ein Unternehmen seinem Ziel näher zu bringen. Wenn es das Ziel des Unternehmens ist, Geld zu verdienen, dann sollten wir uns darauf konzentrieren, den Durchsatz zu erhöhen, den Bestand zu verringern und die Betriebskosten zu senken. Indem Eli Goldratt uns lehrt, wie man nach Prozess-Engpässen sucht und die Theory of Constraints anwendet, verhilft er uns zu einem grundlegenden Verständnis dafür, wie wir produktive Systeme gestalten sollten.

Was ist so besonders an der VUKA-Welt?

Die Entwicklungen in unserer Zeit scheinen sich grundlegend von denen in früheren Epochen zu unterscheiden. Das zeigt sich auch beim Thema Führung. Die alten Konzepte gelten nicht mehr. Moderne Führungsstile werden schnell obsolet. Das Problem für Manager und Führungskräfte liegt in der Tatsache, dass Entwicklungen nicht mehr nach einem Plan oder Prozess ablaufen. Vielmehr treten sie meist als Ergebnis einer zusammenhängenden Reihe von Ereignissen auf, die manchmal nicht einmal von IT-Experten vorhergesagt werden können. Wie können Sie mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgehen? Ist es möglich, die Unsicherheit zu meistern, ohne überfordert zu sein?

Aktuell erleben wir VUKA in Reinkultur

Agile Vuca Akronym VUKA (auch VUCA - Volatility, Uncertainty, Complexity) Seitdem COVID-19 in unsere Welt gekommen ist, erleben wir VUKA in Reinkultur. Keiner weiß zum Beispiel, wie lange uns die Pandemie noch beschäftigen und welche wirtschaftlichen Auswirkungen sie haben wird. Die wirtschaftliche und die politische Lage ist kaum mehr vorhersehbar. Sowohl Ökonomen als auch Politiker fahren nur noch auf Sicht und können keine langfristigen Entscheidungen mehr treffen.  

Eine Situation, die für uns alle anstrengend und herausfordernd ist. Besonders aber für Leader und Führungskräfte. Immerhin hängt von ihren Entscheidungen und ihrer Führung in großen Teilen der geschäftliche Erfolg ihrer Organisation ab. Umso mehr bedingt es, dass neues Wissen angeeignet wird um fit zu bleiben und sich den neuen Rahmenbedingungen anpassen.

 

Welche Kompetenzen brauchen Leader in einer VUKA-Welt? 

Um in der VUKA-Welt bestehen zu können, brauchen sie ganz bestimmte Kompetenzen: 

Stichwort: Ambiguitätstoleranz

Sie dürfen sich nicht von kurzfristigen Veränderungen aus der Bahn werfen lassen, sondern müssen diese als spannende Herausforderung begreifen, der sie etwas entgegensetzen wollen.

Stichwort: Ermöglichungs-kompetenz und unternehmerische Kompetenz.

Sie brauchen die Kompetenz, die Chancen, die immer in einer Krise oder einer unvorhergesehenen Kehrtwende liegen, zu erkennen und daraus zukunftsfähige Entscheidungen abzuleiten. Stichwort: Ermöglichungskompetenz und unternehmerische Kompetenz.

Stichwort: Machtverzicht

Moderne Leader stehen meist einem Team vor, das sich aus Spezialisten zusammensetzt. Um kompetente Entscheidungen treffen zu können, müssen sie lernen, deren Expertenmeinung einzuholen und daraus zukunftsfähige Strategien abzuleiten. Das setzt ein hohes Maß an Vertrauen voraus.

Vuka Talent Stichwort: Agilität

Leader müssen akzeptieren, dass Projekte in der aktuellen Zeit nicht immer bis zu Ende gedacht werden können. Stattdessen müssen sie teilweise mitten im Prozess angepasst werden, weil sich die Lage schon wieder verändert hat. Das heißt, ein gewisser “Experimentierstatus” hält in die Arbeitswelt Einzug. Darauf können Unternehmen nur mit agilen Arbeitsweisen reagieren.

Pandemie liefert Vorgeschmack auf VUKA-Welt

Dabei ist eines ganz sicher: Die aktuelle Situation bietet höchstens einen Vorgeschmack auf das, was in der Arbeitswelt der Zukunft zum Alltag gehören wird. Nicht immer muss es eine Pandemie sein, die unseren Alltag volatil, ambivalent, unsicher und kompliziert macht. Auslöser können auch politische Unruhen sein, der Angriff auf digitale Infrastrukturen, Streiks oder Ausfälle in den Handelsketten. 

Umso wichtiger ist es, dass Führungskräfte gut für die Zukunft aufgestellt sind. Dafür müssen sie die für eine VUKA-Welt benötigten Schlüsselkompetenzen trainieren. Soweit, so gut. Allerdings arbeiten viele Führungskräfte derzeit weitgehend im Home-Office. Denn Social Distancing ist und bleibt das Gebot der Stunde. Wie sollen sie sich dann die dringend benötigten Kompetenzen aneignen?

VUKA-Welt: Neue Chancen in der neuen Arbeitswelt

Können Führungskräfte die notwendigen Kompetenzen in einer VUKA-Welt erlernen und sich auf die Zukunft vorbereiten?

Um sich zu entwickeln, müssen Führungskräfte in der Lage sein, mit Kollegen aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen zusammenzuarbeiten. Dies erfordert zusätzliche Vernetzungsmöglichkeiten, die über den üblichen Rahmen von Geschäftstreffen hinausgehen. Das Konzept: Talent Hubs.

Ein Talent Hub ist ein Ort, an dem sich Top-Manager aus verschiedenen Tätigkeitsbereichen treffen und miteinander interagieren können. Das ermöglicht es, das notwendige Wissen für die Zukunft zu erwerben sowie dieses Wissen allen Beteiligten zur Verfügung zu stellen. Dies geht also über reine Trainingskurse hinaus, sondern umfasst auch viele Vernetzungsmöglichkeiten.

Was geschah im Jahr 2008? Die Finanzmärkte brachen zusammen. Länder auf der ganzen Welt wurden in eine Wirtschafts- und Finanzkrise hineingezogen. Viele Unternehmen gingen unter und zwangen Millionen von Arbeitnehmern auf die Straße. Einige sagten sogar einen totalen Zusammenbruch des kapitalistischen Systems voraus und viele Ökonomen reagierten darauf mit der Aussage „wir gehen durch das Tal des Todes“ und dass Führungskräfte lernen müssen, das als Chancen zu erkennen und zu nutzen. Sie müssen zum Beispiel in der Lage sein, flexibel mit abnehmenden Ressourcen umzugehen. Die Finanzkrise im Jahr 2008 war eine hervorragende Lernerfahrung, die dies sehr deutlich gemacht hat. Neue Geschäftsmodelle wurden entwickelt, basierend auf neuen Kompetenzen.

Implementierung von Talent Hubs: Networking ist essentiell!

networking kann dazu beitragen, dass sich Top-Manager aus verschiedenen Bereichen regelmäßig treffen und sich besser kennenlernen

Um Talent Hubs zu implementieren, benötigen Unternehmen eine klare Strategie und einen Konsens unter ihren Führungskräften. Außerdem brauchen sie eine starke Unterstützung aller relevanten Stakeholder sowie ausreichende finanzielle Ressourcen. Ohne diese Voraussetzungen ist die Implementierung schwierig oder sogar unmöglich.

Realistische Ziele als Erfolgsfaktor in der VUCA Welt

Können sich Manager auf die Zukunft vorbereiten? Und vor allem: Wie können sie ihre Organisationen vorbereiten? Wie gesagt, das ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Zumindest auf kurze Sicht. Erstens, weil noch unklar ist, wie diese Schlüsselkompetenzen in der Praxis aussehen sollen und wie sie bewertet werden. Und zweitens, weil es kaum Programme gibt, mit denen die Führungskräfteentwicklung mit diesem schnellen Wandel Schritt halten könnte. Um ihre Führungsfähigkeiten zu verbessern, brauchen Top-Manager fundierte Konzepte, die sie auf den Weg des kontinuierlichen Lernens bringen.

Die meisten Chefs sind sich einig, dass die Zukunft ihrer Unternehmen in geschulten Mitarbeitern liegt, die mit modernsten Technologien umgehen, die rasche Informationsvermittlung beherrschen und über exzellente Führungsqualitäten verfügen.

Bewältigung der Informationsflut

Wir befinden uns inmitten einer Informationslawine, aber es geht nicht mehr darum, wie viele Informationen es gibt. Jetzt geht es darum, welche Art von Informationen wir benötigen und wie wir diese schnell aus den richtigen Quellen abrufen können

Um diesen massiven Datenfluss effizient und zuverlässig zu bewältigen, verlassen sich Unternehmen zunehmend auf Suchmaschinen, die wissen, was sie wollen, bevor sie überhaupt fragen. Die Zukunft gehört denjenigen, die Antworten schneller als ihre Konkurrenten finden können… Die Menschen nehmen es vorweg: Wenn jemand etwas persönlich erlebt, dann wird er oder sie mehr Empathie gegenüber anderen empfinden, die eine ähnliche Situation erleben.

Persönliche Erfahrungen spielen in unserem Leben eine wichtige Rolle. Wir nutzen sie, um unsere persönlichen Situationen mit dem zu vergleichen, was andere uns erzählen oder online schreiben es oder nicht, wir leben im Zeitalter der sozialen Medien und Unternehmen müssen damit umgehen, dass ihre Mitarbeiter regelmäßig Facebook oder Twitter nutzen.

Das bedeutet, dass sie Informationen über sie schnell und einfach verbreiten können. Das hat für Unternehmen sowohl Vor- als auch Nachteile…

Die Talent Hubs of Ambiguity (TalentHubs) sind die organisierten Networking-Plattformen aus verschiedenen Branchen/Bereichen, die für zusammenkommen, um sich direkt zu treffen. Talentshubs sind mehr als nur Gipfeltreffen von Top-Managern: Sie bringen neue Ideen für die zukünftige Arbeitswelt hervor.

Menschen nehmen teil – sei es als Teilnehmer oder als Beobachter aus der Ferne (Remote-Teilnahme) – weil sie die Bedeutung von Innovation für den zukünftigen Erfolg ihrer Organisation erkennen.

Swiss Connect Academy logo Wie können sich Leader jetzt weiterbilden für die Vuca World?

Die Swiss Connect Academy hat zu diesem Themenfeld das umfangreiche Training zum Thema Leadership in einer digitalen Welt entwickelt. Dank E-Learning kann zeit- und ortsunabhängig individuell gelernt werden.

Der vierwöchige Trainingsplan umfasst die folgenden Themen: 

  • Digitalisierung, Arbeiten in der VUKA-Welt, Schlüsselkompetenzen in der VUKA-Welt
  • Agiles Manifest, agiles Mindset, agile Werte, agile Prinzipien, selbstorganisiertes Arbeiten und Zusammenarbeiten
  • Führungsverständnis im Wandel, agiles Führungs-Mindset, agile Führungswerte und agile Führungsprinzipien
  • Lean Thinking, Scrum, Design Thinking; Kanban

 

Lernen in der Gemeinschaft 

Als Lehrmittel für die maximal 15 Teilnehmer stehen die unterschiedlichsten Medien zur Verfügung, so dass jeder Lernende auf das zurückgreifen kann, was dem eigenen Lerntypus am ehesten entspricht. Mancher lernt besser über visuelle Reize und greift direkt zum Lehr-Video. Andere nehmen Inhalte besser auditiv auf. Für sie sind die in die Lernplattform integrierten Podcasts das perfekte Format. Wieder andere finden die hinterlegten und kommentierten Powerpoint-Präsentationen spannend und, und, und. Ganz einfach!

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